Glossar

A

Adenom – Gutartiger Tumor

Autoimmunerkrankung – Bei Autoimmunerkrankungen produziert das eigene Immunsystem Stoffe, sogennante Antikörper (z. B. TPO-AK, TG-AK, TRAK), die gegen das eigene Gewebe gerichtet sind und zu Funktionsstörungen führen können.

Autoimmunhyperthyreose, Immunhyperthyreose – Eine Autoimmunerkrankung, die durch Antikörper (in der Regel TRAK) zur Schilddrüsenüberfunktion führt.

Autonomes Adenom, funktionelle Autonomie, unifokale Autonomie, auch „heißer Knoten“ genannt – Hier produziert der Schilddrüsenknoten unkontrolliert Hormon und kann zur Überfunktion führen. Der Knoten ist in der Schilddrüsenszintigraphie „heiß“ (mehrspeichernd).
Siehe auch unifokale und multifokale Autonomie.

D

Disseminierte Autonomie – In der gesamten Schilddrüse diffus verteilte autonome (selbständige) Zellen/Zellgebiete, die unkontrolliert Hormon produzieren und zur Überfunktion führen können.

E

Endokrine Orbitopathie (EO) – Mitbeteiligung der Augen im Rahmen eines Morbus Basedow, „Glotzaugen“.

Elastografie – nutzt die Tatsache, dass Tumorgewebe häufig anders komprimibel (fester, derber) ist als gesundes Gewebe. Mit diesem Verfahren wird versucht, die visko-elastischen Eigenschaften von Gewebe abzubilden. Bei ultraschallelastographischen Untersuchungen übt der Untersucher während der Ultraschalluntersuchung mit dem Ultraschallkopf einen geringen Druck von außen auf das Organ aus und das Ultraschallgerät erstellt automatisch ein Elastogramm. Die Elastografie ist eine diagnostische Methode, die die etablierten Untersuchungsverfahren zur Abklärung von Schilddrüsenknoten ergänzen kann. Keinesfalls ist die Elastografie ein Ersatz für die Ultraschalluntersuchung, die Szintigraphie oder die Feinnadelpunktion in der Diagnostik von Schilddrüsenknoten.Weltweit gibt es gut etablierte Konzepte zur Abklärung von Schilddrüsenknoten, die von internationalen Fachgesellschaften und auch von der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft empfohlen werden. In all diesen Empfehlungen wird festgehalten, dass die Elastografie als ergänzende Untersuchung möglicherweise hilfreich sein kann aber keinen zentralen Stellenwert in der Abklärung von Schilddrüsenknoten hat.

F

Follikuläres Karzinom – zweithäufigste Form eine bösartigen Schilddrüsentumors

Funktionelle Autonomie – siehe autonomes Adenom

fT3 (freies Trijodthyronin) – Das im Blut freie, nicht gebundene und im Körper wirksame Schilddrüsenhormon.

fT4 (freies Tetrajodthyronin, Thyroxin) – Das im Blut freie, nicht gebundene Schilddrüsenhormon, eine Vorstufe für das im Körper wirksame fT3.

H

Hashimoto-Thyreoiditis, Autoimmunthyreoiditis Hashimoto, chronisch lymphozytäre Thyreoiditis – Eine Autoimmunerkrankung, bei der durch Antikörper (in der Regel TPO- und/oder TG-Antikörper) eine chronische Entzündung in der Schilddrüse ausgelöst wird und meist zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt.

Heißer Knoten – siehe autonomes Adenom

Hyperthyreose – Schilddrüsenüberfunktion

Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) – Liegt im Gehirn und produziert TSH, das die Hormonproduktion der Schilddrüse reguliert.

Hypothyreose – Schilddrüsenunterfunktion

I

Immunhyperthreose – siehe Autoimmunhyperthyreose

J

Jod – Das wichtigste Spurenelement zur Produktion von Schilddrüsenhormon. Jodmangel hat besonders in früheren Zeiten zum Wachstum der Schilddrüse und damit zum Kropf geführt.

K

Kalter Knoten – Ein Schilddrüsenknoten, der nicht wie normales Schilddrüsengewebe arbeitet und in der Szintigraphie „kalt“ (minderspeichernd) ist.

Kalzitonin – ein Tumormaker für das medulläre Schilddrüsenkarzinom.

Kropf – siehe Struma.

L

Latente Funktionsstörung, subklinische Funktionsstörung – Leichtgradige Störung der Schilddrüsenfunktion, bei der die Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) noch im Normbereich, das TSH aber bereits verändert sind, als latente/subklinische Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion. Siehe auch manifeste Funktionsstörung.

Lobektomie – Operative Entfernung eines Schilddrüsenlappens.

M

Manifeste Funktionsstörung – Störung der Schilddrüsenfunktion, bei der sowohl die Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) als auch das TSH verändert sind, als manifeste Schilddrüsenüberfunktion oder –unterfunktion. Siehe auch latente Funtkionsstörung.

Marine-Lenhart-SyndromDas gleichzeitige Auftreten eines Morbus Basedow und eines heißen Knotens.

Medulläres Karzinom – von den C-Zellen der Schilddrüse ausgehender bösartiger Tumor. Der Tumormarker für diesen Tumortyp ist das Kalzitonin.

Morbus Basedow, Autoimmunhyperthyreose Typ Basedow – Eine Autoimmunerkrankung, die durch Antikörper (TRAK) zur Schilddrüsenüberfunktion führt.
Siehe auch Autoimmunhyperthyreose.

Multifokale Autonomie – Mehrere heiße Knoten produzieren unkontrolliert Schilddrüsenhormon und können zur Überfunktion führen.

P

Papilläres Karzinom – häufigste Form eines bösartigen Schilddrüsentumors.

R

Radiojodtherapie – Ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung von heißen Knoten, des Morbus Basedow, der Schilddrüsenvergrößerung und der meisten Formen des Schilddrüsenkrebses mit radioaktivem Jod (131 Jod), das im menschlichen Körper in Schilddrüsenzellen gespeichert wird.

Regressiver Knoten – Ein degenerativ veränderter Schilddrüsenknoten mit Zysten, Verkalkungen.

S

Sonographie – Ultraschalluntersuchung

Struma – Auch Kropf genannt. Eine vergrößerte und/oder knotig umgewandelte Schilddrüse.

Struma diffusa – Allgemein vergrößerte Schilddrüse.

Struma nodosa parva – Noch normal große Schilddrüse mit Knoten.

Struma uninodosa – Schilddrüse mit einem Knoten.

Struma multinodosa – Schilddrüse mit mehreren Knoten.

Subklinische Funktionsstörung – siehe latente Funktionsstörung.

Szintigraphie – Zur bildlichen Darstellung des Stoffwechsels der Schilddrüse mit Hilfe eines radioaktiven Stoffes (nuklearmedizinische Untersuchung). Dient zur Diagnose von heißen und kalten Knoten.

T

T3 (Trijodthyronin) – Das im Blut gesamt gemessene Schilddrüsenhormon.

T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) – Das im Blut gesamt gemessene Schilddrüsenhormon.

Thyreoglobulin (TG) – Ein Eiweiß, an dem Schilddrüsenhormone gebunden sind und im Blut gemessen werden kann, dient als Tumormarker nur nach Operation und evtl. Radiojodtherapie von bösartigen Schilddrüsentumoren.

TG-Anitkörper – Antikörper gegen das Thyreoglobulin der Schilddrüse. Im Blut erhöht bei Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis, manchmal auch beim Morbus Basedow.

Thyreoidektomie – Operative Entfernung der Schilddrüse

Thyreoiditis de Quervain, subakute Thyreoiditis de Quervain – Eine subakute (innerhalb weniger Tage auftretende) schmerzhafte Entzündung der Schilddrüse, oft nach viralen Infekten der oberen Atemwege mit ausgeprägten lokalen Symptomen wie starken Schmerzen in der Hals-, Ohr- und Kieferregion und Schluckbeschwerden sowie Allgemeinbeschwerden wie allgemeines Krankheitsgefühl und Gliederschmerzen.

Thyreoperoxidase (TPO) – Ein Enzym in den Schilddrüsenzellen.

Thyreostatika – Medikamente, die zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden.

TPO-Antikörper – Antikörper gegen die Thyreoperoxidase der Schilddrüsenzellen. Im Blut erhöht bei Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis, manchmal auch beim Morbus Basedow.

TRAK – Antikörper gegen den TSH-Rezeptor der Schilddrüsenzellen. Im Blut erhöht bei Morbus Basedow. Führt zur ständigen Stimulation der Schilddrüsenzellen und somit zur Überfunktion.

TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) – Wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert und regt in der Schilddrüse die Produktion der Schilddrüsenhormone an.
Erniedrigt bei Schilddrüsenüberfunktion und erhöht bei Schilddrüsenunterfunktion.

Tumormarker – Ein Blutwert, der auf einen Tumor oder das Rezidiv (Wiederkehren) eines Tumors hindeutet. Siehe auch Kalzitonin und TG-Antikörper.

U

Unifokale Autonomie – Ein heißer Knoten produziert unkontrolliert Schilddrüsenhormon und kann zur Überfunktion führen.

W

Warmer Knoten – Unterscheiden sich in der Szintigraphie nicht oder nur sehr wenig vom umliegenden Gewebe – er ist weder kalt noch heiß. Die hormonelle Aktivität entspricht ungefähr der des normalen Schilddrüsengewebes.

Z

Zyste – Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in einem Organ (z. B. Schilddrüse)